18.01.2026 in Geschichte
Rosa Luxemburg (5. März 1871 – 15. Januar 1919)
Seit hundert Jahren gehen - oder besser: wallfahren - tausende Berlinerinnen und Berliner zur Gedenkstätte für Rosa und Karl (Liebknecht) auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Zu ihnen gehören auch, angestoßen durch die Abteilung Dahlem, die im Besitz einer alten SPD-Fahne ist, zahlreiche Parteimitglieder, die schon vor der Wiedervereinigung 1989 daran erinnerten, dass Rosa Luxemburg nur wenig mit den dem Stalinismus eng verbundenen SED-Funktionären zu tun hatte. Ihr Satz aus der Schrift „Zur Russischen Revolution“ war gegen die Diktatur der Bolschwiki in der russischen Revolution gerichtet: „Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.“ und verdeutlicht ihre Nähe zur Sozialdemokratie.
02.11.2025 in Geschichte
Robert Blum 10.11.1807 in Köln - 9.11.1848 in der Brigittenau bei Wien
Robert Blum war einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Revolution von 1848. Geboren in ärmlichen Verhältnissen in Köln eignete sich Robert Blum aus eigener Kraft ein breites literarisches und historisches Wissen an. Sein Lebens- und Bildungsweg ist so umfang- und ereignisreich, dass hier nur wenige Stationen am Ende nachgezeichnet werden. Eine sehr umfangreiche und lesenswerte Beschreibung dieser Wege findet man bei Wikipedia.
01.10.2025 in Geschichte
Karl Kautsky, 16. Oktober 1854 - 17.Oktober 1938
Er zeigte der SPD, wie ihre Programme aussehen sollten: Erst die Vision, warum die Zukunft anders gewollt wird. Und dann der praktische Weg von hier nach da, von heute und was in der nächsten Zeit zu tun ist.
Auf keinen Fall Forderungen, an denen nicht erkennbar ist, dass und wie sie zum Ziel führen sollen, warum und wozu soll man kämpfen. Von Kautsky – ebenso wie von August Bebel und der wachsenden Zahl der Anhängerinnen und Anhänger des demokratischen Sozialismus – verlangte niemand, dass, wie es Helmut Schmidt hundert Jahre später meinte, er mal wegen seiner Vision zum Psychiater gehen sollte.
31.08.2025 in Geschichte
Wolfgang Abendroth
2. Mai 1906 in Elberfeld - 15. September 1985 in Frankfurt am Main)
Wolfgang Walter Arnulf Abendroth, von Jürgen Habermas als „Partisanenprofessor im Land der Mitläufer“ gelobt, war als Sohn überzeugter Sozialdemokraten schon früh in der proletarischen Jugendbewegung aktiv. Im November 1920 trat er aber nicht den eher sozialdemokratischen „Roten Falken“ bei, sondern wurde Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes (KJVD) und der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Da er die Angriffe der KPD auf die SPD („Sozialfaschismustheorie“) nicht teilte, wurde er 1928 aus der KPD ausgeschlossen und trat der für die Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten gegen den aufkommenden Nationalsozialismus votierenden „Kommunistischen Partei Opposition (KPO)“ bei.
31.07.2025 in Geschichte
Holger Börner
7. Februar 1931 – 2. August 2006
„Wer keine Politik macht, mit dem wird sie gemacht“
Holger Börner wurde am 7. Februar 1931 in Wolfsanger bei Kassel geboren. Der gelernte Betonfacharbeiter war schon durch seine Herkunft mit der Sozialdemokratie verbunden: Bereits sein Großvater war als Anhänger der sozialdemokratischen Bewegung durch die ‚Sozialistengesetze’ Otto von Bismarcks zur Flucht gezwungen worden. Holger Börners Vater wurde wegen dessen sozialdemokratischer Gesinnung vom nationalsozialistischen Gewaltregime verfolgt und war von 1933 bis 1936 politischer Gefangener in einem Konzentrationslager im Emsland.