Nachrichten zum Thema Geschichte

01.02.2024 in Geschichte

Adolf Arndt - Sozialdemokrat des Monats Februar

 

Vor 50 Jahren, am 13. Februar 1974, starb der „Kronjurist“ der bundesrepublikanischen SPD. Seinen Ruf hatte er sich vor allem durch den erfolgreichen juristischen Kampf gegen das „Adenauer-Fernsehen“ 1961 erworben. Adenauer, seit 1949 Bundeskanzler und in der Bundestagswahl von 1957 mit der absoluten Mehrheit von 50,2 % der Zweitstimmen und der satten Mehrheit von 277 der 519 Sitze ausgestattet, wollte sich per Bundesgesetz ein regierungskonformes Fernsehen („Deutschland-Fernsehen“) schaffen. Das Programm der Bundesländer war ihm zu kritisch geworden. Die von Adolf Arndt geführte Klage der SPD vor dem Bundesverfassungsgericht führte zur Verhinderung dieses Plans, weil, so das Gericht, die Kulturhoheit bei den Ländern läge und das Fernsehen als ein Teil selbiger gelte – und gilt.

04.01.2024 in Geschichte

Eduard Bernstein (6. Januar 1850 – 18.12.1932)

 

An ihm schieden sich um die Jahrhundertwende 1900 und scheiden sich bis heute die Geister: War sein „Revisionismus“der sozialistischen Idee förderlich oder schädlich?

Bernstein erlangte nach seinem Eintritt bei den „Eisenachern“ schnell heblichen Einfluss innerhalb der SDAP. Mit August Bebel und Wilhelm Liebknecht war er entscheidend an der Vorbereitung des Gothaer Vereinigungsparteitages von SDAP und der ADAV 1875 beteiligt. Nach dem Inkrafttreten des Sozialistengesetzes und dem Verbot der SAP arbeitete er in der Schweiz als Redakteur des „Sozialdemokrat“. 1888 musste er auf Betreiben der preußischen Regierung, die ihn per Haftbefehl verfolgte, die Schweiz verlassen und ging nach London, wo er mit Engels zusammenarbeitete.

02.12.2023 in Geschichte

Carlo Schmid Sozialdemokrat des Monats Dezember 2023

 
Carlo Schmid und Willy Brandt 1960

* 3.12.1896 - † 11.12.1979

Zu seinem 125. Geburtstag 2021 schrieb der Vorwärts: „Dass Carlo Schmid trotz seiner zahlreichen Verdienste keinen zentralen Platz im „kollektiven Gedächtnis“ der SPD ergattern konnte, mag daran liegen, dass er es letztlich zu keinem hohen politischen Amt brachte – und so manchen Genossinnen und Genossen wohl doch auf zu großer intellektueller Flughöhe unterwegs war.“

Schmid gehört zu den Vätern des Grundgesetzes und des Godesberger Programms; er setzte sich stark für die europäische Integration und die deutsch-französische Aussöhnung ein. Er war Kandidat zum Bundespräsidentenamt 1959 und Bundesratsminister im Kabinett Kiesinger (1966–69) und von 1969 bis 1972 Vizepräsident des Deutschen Bundestages. Von 1949 bis 1972 gewann er bei den Bundestagswahlen in seinem Mannheimer Wahlkreis das Direktmandat für die SPD.

31.10.2023 in Geschichte

Gustav Radbruch (* 21. November 1878 in Lübeck; † 23. November 1949 in Heidelberg)

 

Gustav Radbruch studierte Jura in München, Leipzig und Berlin.

Er war bereits 1910 zum außerordentlichen Professor an der Universität Heidelberg berufen worden. Von 1914 bis 1918 war er Soldat. Er trat, nachdem er sich für die Kieler Matrosen im Kampf gegen die Fortsetzung des 1. Weltkrieges eingesetzt hatte, 1918 in die SPD ein. Er blieb im Norden, konnte aber als nunmehriges bekennendes SPD-Mitglied nur gegen den erheblichen Widerstand der Kollegen in der juristischen Fakultät 1919 zum Professor an der Universität Kiel berufen werden.

Radbruch war von 1920 bis 1924 Mitglied des Reichstags. Von Oktober 1921 bis zum November 1923 war er Reichsjustizminister in drei Kabinetten (Wirth II, Stresemann I und II).

11.06.2023 in Geschichte

Vor 90 Jahren: 22. Juni 1933: Verbot der SPD

 

Am 17. Mai 1933 hielt Hitler seine erste außenpolitische Rede im Reichstag. Sie war als „Friedensrede“ gedacht, da er sich darin u.a. für einen Viererpakt zwischen Frankreich, Großbritannien, Italien und Deutschland stark machte.

Über die Hälfte des SPD-Vorstands befand sich bereits nicht mehr im Deutschen Reich, sondern im damals abgetrennten Saarland bzw. in Prag.