Samuel Eliasberg kam am 8. Juni 1875 in Pinsk, Grodno, Russland als Sohn des Moses Eliasberg und seiner Frau Rachel, geborene Lurie zur Welt.
Seine Brüder waren Aron (1879) und Jakob (1881).
Samuel studierte an der Technischen Hochschule Riga und wurde Architekt, dann zog er mit seiner Familie nach Berlin.
Er heiratete Frieda Lurie, 1910 lebten sie in Charlottenburg in der Mommsenstraße 52, ab 1925 in der Aschaffenburger Straße 13. 1914 wurde der Sohn Alex geboren, er hatte auch eine Schwester Sophie. Die Familie war staatenlos.
Ab Mitte der 1930er Jahre lebte die Familie in Zehlendorf Hochsitzweg 17 im eigenen Haus. Beiden Kindern gelang die Ausreise, Sophie hatte Henry Herrmann geheiratet und war mit ihm in die USA geflohen, Alex fuhr 1937 per Schiff nach New York und nahm den Familiennamen Harell an.
Frieda und Samuel Eliasberg mussten am 2. Dezember 1940 als Untermieter zu Leiser in der Nürnberger Straße 66 ziehen.
Von dort wurden sie am 2. April 1942 in das Ghetto von Warschau deportiert. Ihr Todesdatum ist unbekannt.
Bertha Dessauer, geb. Fleischmann, wurde am 31. Mai 1889 in Berlin geboren.
Sie heiratete den Apotheker Dr. Hugo Dessauer und bekam mit ihm zwei Kinder, Hans Joachim Herrmann, geb. 1921 und Rosemarie Brigitte, geb. 1923.
Beide Kinder wurden drei Monate nach ihrer Geburt evangelisch getauft. Die Eltern wurden als „Dissidenten“ eingetragen und es existierte eine Bemerkung: „in schriftlicher Bescheinigung christliche Erziehung der Kinder versprochen“.
Die Familie wohnte an verschiedenen Orten in Berlin-Lichterfelde und Zehlendorf (Elisabethstraße 15, Manteuffelstraße 17a, Zehlendorfer Straße 30, die spätere Finkensteinallee 120) und schließlich hier in der Onkel-Tom-Straße 77.
Hugo Dessauer verstarb 1932 und schon 1933 wird die Witwe Bertha Dessauer als Eigentümerin des Hauses in der Zehlendorfer Straße 30 (später Finkensteinallee 120) im Berliner Adressbuch verzeichnet.
Am 6.9.1936 wird Bertha Dessauer von Herrn Pfarrer Praetorius getauft.
1937 zog sie mit beiden Kindern in die Onkel-Tom-Straße 77 und wurde fortan nicht mehr im Adressbuch geführt. Im Straßenverzeichnis ist sie 1937 Eigentümerin, in den Jahren 1938-40 noch als Bewohnerin und dann gar nicht mehr geführt. Ihr Sohn Hans Joachim Dessauer wird noch bis 1943 als Bewohner vermerkt.
Ab 1940 werden als Eigentümer der Häuser Onkel-Tom-Straße 75 und 77 B. Buchta und E. Niquet genannt.
Am 28. Juni 1943 wurden Bertha Dessauer und ihr Sohn Hans Joachim nach Auschwitz deportiert. Der späte Zeitraum der Deportation lässt vermuten, dass beide vorher untergetaucht waren, jedoch entdeckt oder verraten wurden.
Emil Block wurde am 12. Juni 1878 in Berlin geboren.
Seine Frau, Käthe Block, geborene Landé, wurde am 9. November 1890 in Berlin geboren.
Anna Landé, geboren am 12. Mai 1895 in Berlin könnte eine Schwester von Käthe gewesen sein.
Alle drei wurden am 17. November 1941 nach Kowno (Kaunas), Fort IX transportiert.
In Kaunas befand sich im IX. Fort, einer ehemaligen Festungsanlage, eine Erschießungsstätte der SS. Zehntausende Juden aus dem Ghetto Kaunas aber auch deportierte Juden aus dem Deutschen Reich wurden hier ermordet. Seit 1958 gibt es eine Gedenkstätte.
Eva Louise Jaffé kam am 6. Juni 1890 in Berlin als Tochter des Maximilian Jaffé und seiner Frau Anna Paulina geborene Mayer zur Welt.
Sie wurde Lehrerin und heiratete 1919 in Berlin den Geschäftsführer Dr. Ernst Bernhard.
Das Paar zog in die Orber Straße 9 in Wilmersdorf, die Kinder wurden geboren: Liliana Paula genannt Lilly 1920, Ulli 1922 und ein weiterer Sohn 1929.
Die Familie zog 1934 in die Cunostraße 58 und später in die Sophie-Charlotte-Straße 18 nach Zehlendorf.
1934 entschloss sich die Familie zur Flucht nach Belgien.
Nach dem Einmarsch der Wehrmacht im Mai 1940 in Belgien wurden Eva und Ernst Bernhard verhaftet, über die Lager St. Cyprien und Drancy am 10. August 1942 in das KZ Auschwitz deportiert.
Alle drei Kinder überlebten.
Auch so etwas passierte:
Die Stolpersteine für Familie Bernhard waren nach Bauarbeiten "nicht mehr auffindbar". Sie wurden am 15.11.2019 durch neue Steine ersetzt. .