Ende August ist das langjährige Mitglied unserer Partei, Gero Gandert, gestorben. Gero ist 1954 in die SPD eingetreten und wurde 90 Jahre alt. Obwohl er schon jahrelang nicht mehr in unserem Abteilungsgebiet wohnte, war es ihm wichtig, Mitglied unserer Abteilung zu bleiben. So nahm er immer wieder an Mitgliederversammlungen teil und ließ sich keine Gelegenheit entgehen, auch an den Veranstaltungen präsent zu sein, wo das Gesellige im Vordergrund stand.
Ganz besonders wird vielen von uns der Besuch bei der Deutschen Kinemathik am Potsdamer Platz in Erinnerung bleiben. Dies war auch die Heimstätte seines beruflichen Wirkens. Der studierte Zeitungs- und Theaterwissenschaftler hat viele Spuren in Berlin hinterlassen.
Er setzte sich aber auch mit der Kulturpolitik und dem Filmwesen der DDR auseinander. Dies führte dazu, dass der dort – verurteilt wegen „Spionage und schwerer staatsgefährdender Hetzte und Propaganda“ – von 1958 bis 1961 in Haft saß. Kaum war er wieder in Freiheit, kümmerte er sich mit Leidenschaft um die Deutsche Kinemathik. Gero ist es zu verdanken, dass es heutzutage eine Geschichte des Deutschen Films gibt. Seine Reisen in die USA dienten dazu, das „Deutsche Filmerbe“ nach Berlin zurückzuholen. So scheute er unter anderem keine Mühen und Anstrengungen, für den Erwerb des Marlene – Dietrich – Nachlasses die erforderlichen fünf Millionen DM von der Berliner Klassenlotterie einzuwerben.
Geros Wirken wird für uns alle sichtbar bleiben. Er hat den Walk of Fame am Postamder Platz initiiert. Gemeinsam mit Klaus Wowereit konnte er der Öffentlichkeit 2010 den ersten Stern – natürlich für Marlene Dietrich – präsentieren.
Es war immer angenehm, in der Nähe von Gero zu sein. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

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