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Recht und Gesetz Christoph Flügge: "Ich bin zutiefst beunruhigt"

Der internationale Strafrichter Christoph Flügge wirft hin – weil auch westliche Staaten die Unabhängigkeit der Justiz bedrohen.
Interview: Stefan Willeke (Die Zeit Nr. 5/2019, 24. Januar 2019)

Ganzes Interview im PDF-Download

DIE ZEIT: Herr Flügge, neun Jahre lang waren Sie Richter in Den Haag. Lange Zeit waren Sie am Internationalen Gerichtshof tätig, der sich mit Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien beschäftigte. An einem Gericht, das dieses Tribunal abgelöst hat, sind Sie noch heute Richter. Plötzlich, vor wenigen Tagen, haben Sie Ihren Rücktritt angekündigt. In Ihrem Brief an den Generalsekretär der Vereinten Nationen führen Sie "persönliche Gründe" an. Was ist passiert?
Christoph Flügge: Ich habe in der Tat persönliche Gründe für meinen Rückzug, aber das ist nicht alles. Es gibt einen Vorgang, der mich zutiefst beunruhigt: die Verletzung der richterlichen Unabhängigkeit mithilfe der Vereinten Nationen. Einer meiner erfahrenen Richterkollegen, der Türke Aydın Sefa Akay, wurde entlassen, nur weil die türkische Regierung ihn weghaben wollte.

 

Veröffentlicht am 10.02.2019

 

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