wenige Tage nach seinem 80. Geburtstag am 3. Mai ist Peter Männing am 12. Mai  nach langer Krankheit gestorben.

In der Berliner SPD gehörte er seit seinem Beitritt 1963 zum „Urgestein“. Lange Jahre war er Referent des Präsidenten des Abgeordnetenhauses Walter Sickert, der als DGB-Vorsitzender in einem dauernden Spannungsverhältnis zu den „68ern“ und ihren Nachfolgern in den maoistischen Splittergruppen stand, deren vornehmliche Aktivität darin bestand, die 1.Mai.- Demonstrationen des DGB- Gewerkschaften zu stören, um sie schließlich für Jahre unmöglich zu machen. 1975 rückte Peter in den Bundestag ein, dem er bis 1983 angehörte. Seit 1981 war er außenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Die besonderen Beziehungen Berlins zu den USA intensivierte er durch die Gründung der deutsch-amerikanischen Parlamentariergruppe, deren erster Vorsitzender er auch war. Zu seinen bildungspolitischen Verdiensten in dieser Funktion gehört die Initiierung einer deutsch-us-amerikanischen Schulbuchkonferenz, die sich ähnlich wie die deutsch-israelische, die deutsch-polnische und die deutsch-französische Schulbuchkonferenz der einvernehmlichen Darstellung der Geschichte der jeweiligen Beziehungen widmete.

Nach seinem Ausscheiden widmete er sich erfolgreich zunächst in Bonn, dann in Berlin der Wirtschaftsberatung.

Auf Anregung des früheren Bundesfinanz- und -wirtschaftsminister Manfred  Lahnstein (1982) organisierte er seit 1987 die „Berliner Lektionen“. 25 Jahre bis 2012 gelang es ihm und seiner Frau Marianne, was in der Welt Rang und Namen hatte, zu ausführlichen Gesprächen nach Berlin zu holen. Die „Berliner Lektionen“ fanden im Rahmen der Berliner Festspiele statt. Unter den Gästen waren Billy Wilder, Harry Belafonte und Ernesto Cardenal ebenso wie Valentin Falin, Simone Veil und der Petersburger Oberbürgermeister Anatolij Sobtschak sowie wohl einhundert weitere Berühmtheiten. Er trug damit zum Ansehen der Stadt in der Welt erheblich bei.

1992 erlitt Peter Männing seinen ersten Schlaganfall. Seit 1996 konnte er seiner Berufstätigkeit nicht mehr nachgehen. Für Besucherinnen und Besucher war er aber nach wie vor ein aufmerksamer Gesprächspartner, auch für „Alt-68er“ wie mich. Die letzten Jahre verbrachte er in einem Pflegeheim. Die Trauergottesdienst fand im kleinen Kreis am 28. Mai in der Kirche an der Onkel-Tom-Straße statt. Er wurde auf dem Dahlemer Waldfriedhof begraben.

Christoph Ehmann